Seit mehr als 30 Jahren schneidet Patrick Liepelt die Haare der Stolberger. Viele seiner Kunden kommen schon seit Jahrzehnten zu ihm in den Salon am Steinweg. An Arbeit mangelt es dem 60-Jährigen dabei nicht. Ganz im Gegenteil: Die Nachfrage ist groß. Trotzdem bleiben in seinem frisch renovierten Geschäft oft mehrere Friseurstühle leer.
Der Grund dafür ist derselbe, mit dem viele Handwerksbetriebe zu kämpfen haben: Es fehlt an Personal. Doch statt sich darüber zu ärgern, hat Patrick Liepelt eine Idee entwickelt:
„Wir haben genug Friseursalons in Stolberg. Damit die Läden für andere Ideen frei bleiben, habe ich mir überlegt, einfach die Stühle in meinem Salon an andere Friseure zu vermieten“, erzählt der Stolberger.
Das Konzept ist einfach. Friseurmeister und selbstständige Friseure können ihren Stuhl und den Salon nutzen, ohne selbst ein eigenes Ladenlokal anmieten und betreiben zu müssen.
Neu ist die Idee dabei eigentlich nicht. In vielen Ländern gehört das sogenannte Stuhlmiet-Modell längst zum Alltag. Mehrere Friseure arbeiten unter einem Dach, teilen sich Räume und Ausstattung und können dadurch Kosten sparen. Die vorhandenen Plätze werden besser genutzt und die Friseure profitieren gleichzeitig von einem etablierten Standort mitten in der Stolberger Innenstadt:
„Unseren Salon gibt es seit 30 Jahren und davon können unsere Friseure im Laden natürlich auch profitieren“, sagt Liepelt.
Mit seinem Konzept möchte der erfahrene Friseur nicht nur leerstehende Arbeitsplätze füllen, sondern auch Kollegen die Möglichkeit geben, sich selbstständig zu machen, ohne sofort die hohen Kosten eines eigenen Geschäfts tragen zu müssen.
Wer Interesse an einem Friseurstuhl im Salon hat, kann sich direkt im Geschäft im Steinweg melden oder einfach anrufen. Eine ungewöhnliche Idee, die schon bald dafür sorgen könnte, dass leere Stühle wieder gefüllt werden.




