Seit einer Woche diskutiert Sufyan Tahir öffentlich über die Mühle und sein Wohnhaus am Stadteingang. Der Vermieter hat seine Idee öffentlich gemacht, nachdem die Stadt ihm nach eigenen Angaben monatelang keine wirkliche Rückmeldung gegeben habe. Es geht um die Ecke an der Mühlener Brücke und um die Frage, wie es im Stadtteil weitergehen soll.
Tahir ist selbst auf der Mühle aufgewachsen, wohnt aber inzwischen auf dem Donnerberg. Nachdem sein Vater das Eckhaus vor rund 20 Jahren gekauft hat, habe die Stadt seine Familie irgendwann dazu aufgefordert, die Fassade zu erneuern:
„Uns wurden zu der Zeit bereits fünf Mal die Scheiben im Erdgeschoss eingeschlagen und die Fassade zu erneuern wäre sehr teuer gewesen. Das hätte in unseren Augen nichts gebracht“, erinnert sich Tahir. Das Haus zu erneuern, nur damit es wieder kaputt gemacht werde, sei für die Familie wenig sinnvoll gewesen. Später sei es dann auch um einen möglichen Verkauf an die Stadt gegangen, aber auch daraus wurde nichts.
„Zwischen dem Eigentümer und der Kupferstadt Stolberg haben in der Vergangenheit bereits mehrere Gespräche stattgefunden“, erklärt die Verwaltung. Ob er auf die E-Mail aus Januar eine Antwort bekommen habe, werde noch geprüft.
Der Familie gehören insgesamt zehn Häuser auf der Mühle. Irgendwann sei dann die Idee aufgekommen das Eckhaus abzureißen und der Stadt vorzuschlagen, darin eine Stadtteilwache zu errichten. Nach monatelangem Warten, habe er seine Idee dann öffentlich gemacht:
„Ich denke, die Mühle wurde schon viel zu lange vernachlässigt“, so der 35-Jährige. Verglichen mit anderen Städten, in denen seine Familie ebenfalls Immobilien besitzt, sei die Mühle das schwierigste Viertel. „Für mich als Vermieter müssen erst die Bedingungen im Stadtteil passen, bevor ich viel Geld in die Hand nehme und investiere“.
Tahir wolle eine Zukunftsperspektive für den Stadtteil entwickeln. Dafür brauche es die Zusammenarbeit von Stadt und Immobilienbesitzern und alle müssen an einem Strang ziehen und erst einmal miteinander sprechen.




