Wer heute an Kegeln denkt, der erinnert sich vielleicht noch an die alten Holzkugeln und klappernde Kegel am Ende der Bahn. In Stolberg wurde vor Jahrzehnten noch fast in jedem Stadtteil gekegelt. Rund 30 Bahnen soll es damals in der Kupferstadt gegeben haben. Heute sind davon nur noch eine Handvoll übrig geblieben.
Dass die letzten Bahnen auch noch verschwinden, das wollen Stefan Ganser und Frederic Hanf gerne verhindern. Die beiden Stolberger haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Kegelsport in ihrer Stadt am Leben zu halten:
„Unser Sport ist heutzutage einfach nicht mehr so berühmt wie Bowling oder andere Trendsportarten die man sogar im Fernsehen sieht“, stellt Ganser fest.
Dabei gehe es laut dem 44-Jährigen längst nicht nur um sportliche Ergebnisse. Vor allem der Spaß am Spiel und das Spielen in geselliger Runde stehe für ihn im Mittelpunkt. Ganz nebenbei finde man aber natürlich trotzdem heraus, wer am Besten mit der Kugel zielen könne.
Schon bald werden deshalb sieben Clubs bei den Stolberger Stadtmeisterschaften gegeneinander antreten. Auf einigen der letzten Bahnen in Breinig, Oberstolberg und Münsterbusch wird dann ab dem 21. November um den städtischen Meistertitel gekegelt. Dabei besteht die Hoffnung, dass vielleicht auch neue Spieler mitmachen und Ehemalige wieder den Weg zurück auf die Bahn finden
Ein Problem haben die Kegler allerdings: „Die Bahnen sind inzwischen fast alle mehr als ein halbes Jahrhundert alt und sind teilweise auch nicht mehr so gut in Schuss“, so die beiden Kegler.
Genau deshalb wollen sie in den kommenden Jahren gemeinsam dafür sorgen, dass die verbliebenen Bahnen so lange wie möglich erhalten bleiben und wieder ordentlich in Schuss gebracht werden. Denn ohne Bahnen gebe es irgendwann auch keinen Kegelsport mehr in Stolberg.
Die 60. Stolberger Kegelmeisterschaft soll damit auch der Grundstein für die Zukunft des lokalen Sports werden. Eine runde Sache und vielleicht auch ein wichtiger Schritt dafür, dass in Stolberg noch lange die Kegel fallen.




