Vor 5 Jahren ist auf einem Spielplatz mitten in Zweifall ein kleiner Brauch entstanden: Wenn die eigenen Kinder langsam zu groß für ihre Spielsachen werden, bringen Familien alles was noch gut erhalten ist einfach zum Spielplatz in die Döllscheidter Straße, damit andere Kinder weiter damit spielen und Spaß haben können. Doch damit sollte jetzt Schluss sein.
Die Stadt hat an den Eingängen zum Spielplatz Zettel angebracht und fordert die Eltern seit dem Wochenende auf, alle ihre Spielsachen wieder einzusammeln. Einen Teil der Spielsachen soll das Technische Betriebsamt auch schon selbst entfernt haben.
Bei vielen Eltern sorgt das Vorgehen für Unverständnis: „Wir organisieren uns hier selbst im Dorf und ermöglichen unseren Kindern hier zu spielen und dann kommt die Stadt und will es uns verbieten“, ärgert sich eine Mutter.
Die Stadt begründet ihr Vorgehen allerdings mit der Sicherheit. Zurückgelassenes Spielzeug könne insbesondere rund um die Spielgeräte zu Stolper- und Unfallgefahren führen. Ein beschädigtes Spielzeug habe vor kurzem im Sand gelegen und eine zusätzliche Verletzungsgefahr dargestellt. „Aus Sicherheitsgründen werden daher zurückgelassene Spielsachen durch das Technische Betriebsamt eingesammelt“, heißt es im Aushang.
Für viele Eltern ist das nur schwer zu verstehen: „Wenn wir Eltern hier eine schöne Umgebung für die Kinder im Dorf schaffen, wieso könnt ihr das dann nicht einfach so belassen wie es ist?“, fragt ein Familienvater die Stadt.
Nach Beschwerden von Familien habe die Stadt ihr Vorgehen nun aber noch einmal überdacht und wolle es erst einmal mit einer Box auf dem Spielplatz versuchen, in die Eltern ihre Sachen nach dem Spielen verstauen können. Dazu soll in den nächsten Tagen eine Kiste aufgestellt werden.
Was für die Stadt eine Sicherheitsfrage ist, empfinden einige Eltern vor Ort vor allem als unnötigen Eingriff in eine Gemeinschaft, die sich dort seit Jahren selbst organisiert hat. Wenn es nun mit der neuen Box nicht klappen sollte, dann müssen alle Spielsachen weg.




