Rund 40 Polizeibeamte, Einsatzfahrzeuge und eine abgesperrte Schule: Am Dienstag sorgte ein ungewöhnlicher Polizeieinsatz an der Gesamtschule an der Breslauerstraße für viele erstaunte Blicke. Was auf den ersten Blick bedrohlich wirkte, war jedoch keine Gefahrensituation, sondern eine groß angelegte Übung der Polizei.
Mit Übungswaffen und in voller Schutzausrüstung trainiert eine Hundertschaft der Polizei am Dienstagmittag den Ernstfall. Bei sommerlichen 27 Grad durchsuchten die Beamten das Gebäude und übten den Zugriff unter realistischen Bedingungen, wie es auch im Ernstfall ablaufen würde.
Seit dem vergangenen Jahr stellt die Stadt Stolberg der Polizei dafür in den Schulferien verschiedene städtische Gebäude für Trainingseinsätze zur Verfügung, denn im Einsatz treffen Polizeibeamte häufig auf Gebäude, die sie zuvor noch nie betreten haben. Durch wechselnde Übungsorte sollen sich bestmöglich auf das Unerwartete vorbereiten werden:
„Die Kupferstadt unterstützt die Polizei ohne weiteren eigenen Aufwand bei der Verbesserung ihrer Einsatzfähigkeiten“, erklärt die Stadt.
Damit die Übungen möglichst realistisch bleiben und Einsatztaktiken nicht nach außen gelangen, werden die Schulen dafür zuvor komplett abgesperrt. Außenstehende haben keinen Zutritt. So soll verhindert werden, dass Informationen über das Vorgehen der Einsatzkräfte nach außen gelangen.
„Wir hoffen, dass es niemals zu einem Ernstfall in einem städtischen Gebäude kommt. Durch die verbesserten Trainingsmethoden helfen wir aber jedem, der in irgendeiner Form auf die Unterstützung der Polizeikräfte angewiesen sein wird“, so die Stadt weiter.
Auch wenn der Einsatz bei vielen Stolbergern zunächst für Aufsehen sorgte, gab es schnell Entwarnung: Es handelte sich ausschließlich um eine geplante Übung und damit um eine wichtige Vorbereitung für den Fall, dass die Polizei ihr Können hoffentlich niemals im Ernstfall einsetzen muss.




