Wie viele Schafe und Ziegen passen gleichzeitig durch die Stolberger Altstadt? Eine Frage, die sich vermutlich die wenigsten jemals gestellt haben. Die Antwort wurde am Freitagmittag aber eindrucksvoll geliefert: Eine ganze Menge.
Die Bewohner der Burgstraße wurden gegen 12 Uhr von vielen unerwarteten Besuchern überrascht: Eine riesige Herde aus hunderten Schafen und Ziegen zog durch die Altstadt. Die Tiere wurden von ihrem Schäfer zur nächsten Weide geführt und sorgten dabei für staunende Blicke und zahlreiche Fotos und Videos.
Mit lautem „Määähh“ ging es über das historische Kopfsteinpflaster bergauf. Immer wieder mussten die Tiere etwas zusammenrücken, denn die engen Straßen der Altstadt bieten einer so großen Herde nicht gerade viel Platz. Entsprechend lange dauerte der tierische Umzug einmal quer durch die Stadt. Am Ende erreichten aber alle Schafe und Ziegen sicher ihr Ziel.
Für viele Anwohner war das ein echtes Highlight. Schließlich bekommt man nicht jeden Tag mehrere hundert wollige Vierbeiner direkt vor der Haustür zu sehen.
Dabei erinnert der ungewöhnliche Anblick auch an ein Handwerk, das immer seltener wird. Schäfer gehören heute zu den seltensten Berufsgruppen in Deutschland. Die Arbeit ist körperlich anstrengend, oft mit langen Tagen im Freien verbunden und wirtschaftlich nicht immer einfach. Trotzdem leisten Schäfer einen wichtigen Beitrag für die Landschaftspflege.
Umso schöner, dass dieses traditionelle Handwerk auch in Stolberg noch gelebt wird. Für einen kurzen Moment fühlte sich die Altstadt am Freitag jedenfalls eher wie eine Alpenwiese, als mitten in der Stadt. Ein seltener und schöner Anblick, der vielen Stolbergern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.




