Wieder verliert Stolberg eine Kneipe: Nach neun Jahren hinter der Theke verabschiedet sich Detlev Bey von seinem „Kölsche Eck“ in der Bischofstraße. Ende Juni wird der Wirt sein Lokal zum letzten Mal öffnen.
Als Bey die damals leerstehende Gaststätte übernahm, wollte er einen Ort schaffen, der sich von anderen Kneipen unterscheidet:
„Ich wollte etwas Besonderes ins Leben rufen und mit Kölscher Musik und Schlager den Stolbergern einen neuen Treffpunkt schenken“, erinnert sich der Wirt.
Die Idee ging auf. Über die Jahre wurde das „Kölsche Eck“ für viele Gäste zu einem zweiten Wohnzimmer. Nicht nur aus Büsbach, sondern aus dem gesamten Stadt kamen seine Stolberger, um Karneval zu feiern oder einfach einen gemütlichen Abend zu verbringen.
Doch nun zwingen Gesundheit und Alter den 68-Jährigen dazu, einen Schlussstrich zu ziehen und in den Ruhestand zu gehen:
„Ich durfte hier viele tolle Momente mit meinen Gästen erleben. Die Entscheidung ist mir daher auch nicht leicht gefallen“, erzählt der Gastwirt traurig.
Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm die Zeit, als er mit den Stolbergern als Stadtprinz in seinem „Wohnzimmer“ feiern durfte. Auch wenn ihm der Abschied schwerfällt, gesteht er, dass ihm die langen Nächte hinter der Theke zunehmend schwer fielen:
„Von abends spät bis früh am Morgen hinter der Theke zu stehen, das ist für mein Alter doch eine Herausforderung“, gibt Bey zu.
Mit seiner Kneipe verschwindet erneut ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen, Geschichten austauschten und Freundschaften pflegten. Ob es einen Nachfolger für die Kneipe geben werde, sei derzeit offen.
„Ich habe über die Jahre viele tolle Menschen kennengelernt, die ich sehr schätze und immer sehr gerne bei mir begrüßt habe.“
Der Entschluss von Detlev Bey steht aber trotzdem fest. Mit dem „Kölsche Eck“ schließt damit nicht nur eine Kneipe, sondern für viele Büsbacher geht auch ein Stück Heimat verloren, wenn sich kein Nachfolger finden sollte.




