Der Abriss des Stolberger Rathauses ist noch nicht lange her, doch nun sorgt eine überraschende Entscheidung für Aufsehen: Der Rathausturm steht rückwirkend unter Denkmalschutz und muss wieder aufgebaut werden.
Wie die zuständige Behörde mitteilt, sei das Gebäude „außerordentlich erhaltenswürdig“ gewesen und habe das Stadtbild der Innenstadt über ein halbes Jahrhundert lang geprägt. Auslöser für die Prüfung war die Beschwerde eines Stolbergers. Der 62-Jährige hatten sich an die Denkmalschützer gewandt, da ihm der eckige Turm im Herzen der Stadt sehr gut gefallen habe:
„Ich fand den riesigen Betonklotz Mitten in unserer Stadt einfach schön und es wäre schade, wenn dieser verschwinden würde“, erklärt der Rathaus-Freund.
Es gibt da nur ein Problem: Der Turm ist bereits abgerissen. Dennoch wurde der Denkmalschutz nun bestätigt mit allen Folgen für die Stadt:
„Das stellt uns natürlich vor eine große Herausforderung, aber wir haben glücklicherweise viele Teile des Turms eingelagert, sodass wir ihn größtenteils wieder zusammensetzen können“, teilt der zuständige Bauleiter auf Anfrage mit.
Die ursprünglichen Baupläne aus den 1970er Jahren habe man vorliegen, sodass keine komplette Neuplanung erforderlich sei. Allerdings sei das Materials teilweise schon geschreddert. Nach Gesprächen mit dem Denkmalschutz habe man sich daher darauf verständigt, den Turm an anderer Stelle in reduzierter Form neu zu errichten und ihn künftig nur noch etwa halb so hoch wie das Original zu bauen.
Einige Stolberger können die Entscheidung kaum nachvollziehen und waren eigentlich froh, dass der Turm endlich weg war: „Man hätte vielleicht mal bescheid sagen können, bevor der Turm abgerissen ist“, ärgert sich ein Nachbar.
Nach aktuellen Planungen soll der Wiederaufbau des Turms bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein. Dann werde er wieder über die Dächer der Kupferstadt hinausragen.




