Für viele Atscher gehört der kleine Imbiss gegenüber der Kirche seit Jahrzehnten einfach zum Stadtteil dazu. Jetzt endet dort eine lange Geschichte: Nach 34 Jahren verabschiedet sich Anastasios Bouikidis, den die meisten als „Tasso“ kennen, aus seiner Küche in den Ruhestand.
Über drei Jahrzehnte stand Tasso in seinem Imbiss und verlieh ihm mit der Abkürzung seines Vornamens auch seinen Namen. Angefangen hat alles jedoch damals ein paar Meter weiter: Zunächst übernahm Bouikidis den „Atscher Imbiss“ im kleinen Nachbarlokal seines Freundes und Landsmannes Peter, der damals zurück nach Griechenland auswanderte. Erst später zog der Imbiss an den heutigen Standort gegenüber der Kirche:
„Ich habe vor lange Zeit hier angefangen und bin geblieben, doch jetzt ist auch meine Zeit gekommen, um etwas ruhiger zu werden“, lacht der 64-Jährige.
Seitdem stand Tasso dort hinter der Theke, grillte sein Gyros, bereitete Pommes zu und kam mit den Menschen aus dem Viertel ins Gespräch. Viele seiner Stammgäste aus der Anfangszeit kommen noch heute vorbei, wenn sie hungrig sind.
Doch jetzt sei für den Griechen die Zeit gekommen, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Das Haus habe er bereits an ein Paar aus der Region verkauft und die Familie wolle den Imbiss auch weiterführen. Seine Söhne wollten den Imbiss nicht übernehmen, da sie beruflich andere Wege eingeschlagen haben:
„Zum Abschied lade ich alle meine Gäste aus den letzten Jahrzehnten am 2. Mai um 18 Uhr noch einmal zu mir in den Imbiss ein“, erzählt der Stolberger. Danach gehe es für ihn und seine Frau zurück nach Griechenland, denn auch wenn er in München geboren wurde, seien dort seine Wurzeln und sein Zuhause.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt der Stolberger daher nun zurück: „Es war eine schöne Zeit hier und ich habe viele tolle Menschen in den ganzen Jahren kennengelernt.“
Und so endet in der Atsch eine Ära, während für den kleinen Imbiss gleichzeitig ein neues Kapitel beginnt. Wer Tasso noch ein letztes Mal besuchen möchte, der sollte am 2. Mai vorbei kommen!




