Fünf Jahre nach dem Hochwasser endet ein Kapitel gelebter Nachbarschaftshilfe in Stolberg: Die Ehrenamtler der IG Mühle haben ihre Arbeit beendet und den Verein aufgelöst. Nicht aus Enttäuschung, sondern weil das gemeinsame Ziel erreicht sei.
Nur wenige Tage nach der Flutkatastrophe fanden sich Menschen zusammen, die sich zuvor kaum oder gar nicht kannten. Bereits fünf Tage nach dem Hochwasser legten sie damals den Grundstein für die IG Mühle, um den Betroffenen in ihrem Viertel schnell und unbürokratisch zu helfen.
Zeitweise engagierten sich bis zu 30 ehrenamtliche Helfer in der Initiative. Sie organisierten warme Essensausgaben, versorgten Menschen, als die Tafel geschlossen war und koordinierten neben Beruf und Familie in ihrer Freizeit Möbel- und Hilfstransporte. Inzwischen sei der Bedarf an unmittelbarer Fluthilfe jedoch deutlich zurückgegangen.
„Wir haben gemerkt, dass der Bedarf nicht mehr so da ist wie nach der Flut, ebenso ist es uns wichtig keine Doppelstrukturen aufzubauen. Deshalb ist unsere Arbeit hier getan“, erklärt Cil für den Verein.
Bei der letzten Mitgliederversammlung sei daher die Entscheidung gefallen, den Verein aufzulösen. Auch, weil viele Mitglieder inzwischen nicht mehr die Zeit für das Ehrenamt aufbringen können. Übrig geblieben war zuletzt nur noch ein harter Kern aus sechs Aktiven.
Da im Stadtteil weiterhin sozialer Unterstützungsbedarf besteht, hat der Verein seine Räumlichkeiten an die Malteser übergeben: „Wir wollten direkt nach der Flut die Menschen versorgen und übergeben das, was wir aufgebaut haben, jetzt in neue Hände“, sagt der Vorsitzende René Schömer. Die Fluthilfe der IG Mühle sei damit abgeschlossen.
Die IG Mühle war eine der wenigen Initiativen, die nach fünf Jahren noch aktiv geblieben ist, während viele andere Fluthelfer ihre Arbeit schon beendet hatten. Nach ihrem Abschlied bleibt vor allem eines: Ein großes Dankeschön an Menschen die Verantwortung übernommen haben, als ihr Stadtteil sie am dringendsten brauchte.




