Am Montagabend richteten sich gegen 22 Uhr viele Blicke plötzlich nach oben. Über Stolberg zeigten sich grüne Schleier am Nachthimmel und tauchten die Stadt für kurze Zeit in ein beinahe unwirkliches Licht. In allen Stadtteilen konnten die Polarlichter mit bloßem Auge beobachtet werden – ein Anblick, den viele so schnell nicht vergessen werden.
Dank klarer, wolkenfreier Sicht waren die Lichtspiele durchgängig gut zu erkennen. Von sanft schimmernden Bögen bis hin zu leicht pulsierenden grünen Schleiern zog das Naturphänomen seine Bahnen über die Stadt. Zahlreiche Stolberger zückten spontan ihre Handys, um den besonderen Moment festzuhalten und ihre Sichtungen zu verewigen.
Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen aus dem Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde treffen. Diese Teilchen werden in Richtung der Pole gelenkt und stoßen dort in großer Höhe mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen zusammen. Dabei entsteht das charakteristische Leuchten, meist in Grün-, manchmal auch in Rot- oder Violetttönen. Dass die Polarlichter diesmal so weit südlich bis nach Stolberg zu sehen waren, lag an einer besonders starken Sonnenaktivität in Kombination mit ruhigen, klaren Wetterbedingungen.
Ein solches Himmelsschauspiel ist hierzulande selten. Nur wenige Male pro Jahrzehnt kommt es vor, dass intensive Sonnenstürme stark genug sind, um die Polarlichter bis nach Mitteleuropa sichtbar zu machen. Umso größer war die Begeisterung in Stolberg, als sich der Nachthimmel für kurze Zeit von seiner farbenfrohen Seite zeigte.
Für viele war es ein magischer Moment und eine Erinnerung daran, dass selbst über dem vertrauten Stadtbild manchmal außergewöhnliche Wunder passieren.




